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Marokko 3 – Atlas-Gebirge

Freitag, 16.11.2018

Die Nacht war sternenklar, eiskalt und ruhig, bis auf ein paar Mal kurzes Eselgeschrei. Wir wachen um 1/2 9 Uhr auf, da kommen die Kinder wieder Richtung Schule. Heute klopfen sie ganz leise und winken uns zu. Die Sonne scheint, aber es ist immer noch kalt. Wir kommen nach Ifrane, ein exklusiver Kurort auf 1650m Höhe. Hier haben die Häuser alle rote Giebeldächer, wenn die Esel, Schafe und Frauen und Männer in ihren Kutten nicht wären, man könnte glauben, es ist eine Stadt in Süddeutschland. Durch Pinien- und Zedernwälder führt die breite Straße noch weiter hinauf.

 

bei der Tankstelle

Wir fahren durch bis Khenifra und wollen dort zum Essen gehen. Aber es ist so hektisch und wir finden keinen Platz zum Parken. Also fahren wir weiter und bevor es richtig in die Berge geht, finden wir ein Restaurant an der Straße. Dort essen wir ein Tanjine, das ist ein Gericht im Tontopf, zwei Crepes mit Honig und drei Kaffee. Und ich muss gestehen, was ich genau bezahlt habe, weiß ich nicht. Damit hab ich nämlich oft Probleme. Die Leute schreiben einen Preis auf, geben mir dann aber was anderes raus. Bisher immer zuviel. Diesmal hab ich ungefähr 7€ bezahlt. Nach dem üppigen Essen wird die Straße wieder steil, kurvig und der Asphalt ist so breit wie unser Auto. Vor uns in den noch höheren Bergen ist es ganz schwarz und sieht nach Regen aus. Und schon ist er da, der Regen, der teilweise Schnee ist. Wir sind auf einem weiten Hochplateau und zum Übernachten nicht gut geeignet. Aber dann kommt eine Tankstelle und dort stellen wir uns zu LKW’s und einem Bagger. Grad rechtzeitig, denn es fängt sogar noch an zu hageln. Aber nur kurz, auch der Regen wird weniger. Dafür stehen auf einmal ungefähr 8 Männer um unser Auto und ratschen lautstark. Wir halten uns ganz ruhig, nicht dass Tomi noch mitratschen muss!

Samstag, 17.11.2018

Der Regen hat sich verzogen, bei Sonnenschein fahren wir weiter Richtung Imilchil. Die Straße ist zweispurig und nagelneu, allerdings gibt es immer Stücke, wo der Asphalt fehlt. Dafür gibt es jede Menge Löcher. Von weitem sehen wir eine Frau auf ihrem Esel daherkommen. Plötzlich springt sie ab und rennt wieder zurück. Wir wissen garnicht was los ist, als vom Abhang eine Steinlawine herunterprasselt. Tomi gleich den Rückwärtsgang rein, der Esel bleibt einfach stehen. Es dauert nicht lang, dann ist alles vorbei. Gemeinsam mit der Frau räumen wir die größeren Brocken von der Fahrbahn und können dann unseren Weg fortsetzen.

Bei Imlichil geht es nochmal ordentlich hoch, bis wir Agoudal erreichen, haben wir eine Höhe von 2400m. Vor dem Ort sehen wir eine Kashba mit Camping. Die Fahrt war recht anstrengend und so bleiben wir im Hof stehen. Es wird schnell kalt, abends essen wir im Hotel, Suppe und Tanjine. Der Chef heizt extra das Fernsehzimmer für uns ein, da können wir im Warmen essen. Die Nacht ist sternenklar.

Sonntag, 18.11.2018

Es gibt einige Wolken am Himmel und es schaut nach Schnee aus. Also starten wir früh und kommen nach dem Ort Agoudal auf die Piste zur Dades-Schlucht. Es sind einige Reifenspuren zu sehen, aber als es dann ein paar Mal über und durch das Bachbett geht, müssen wir schon genau schauen. Teilweise ist es matschig, sehr große Löcher und ausgefahrene Stellen. Wir fahren ein Tal entlang, immer noch sieht man Obstbäume und Felder. Und dann gibt es in einem Cafe / Unterkunft auf 2700m Höhe einen Kaffee. Es dauert ewig bis er fertig ist und dann schmeckt er noch nach Schaf!

Die Piste wird schmaler, die Landschaft immer gigantischer. Die Bilder sprechen für sich! Gut dass ich Beifahrer bin und wir in diese Richtung fahren, anders würde ich dauernd am Abgrund sitzen und das wäre überhaupt nicht toll. Wir bleiben oft stehen, man könnte ein Foto nach dem anderen machen. Leider ist es so eisig kalt, dass wir gleich wieder weiterfahren. Außerdem sitzt uns der Schnee im Nacken, wir wollen nicht auf dieser Höhe eingeschneit werden. Der Pass mit 2950m ist überquert und es geht langsam wieder ein bisschen hinunter. Die Piste ist immer noch schmal, einspurig. Wir treffen auf keinen Gegenverkehr, ein einziges Allradfahrzeug überholt uns. Nachmittags bleiben wir bei einem großen, unbewohnten Haus auf dem Parkplatz stehen. Die Fahrt war sehr anstrengend, Tomi fährt alles alleine. Aber auch das Schauen, immer wieder das Aus- und Einsteigen, und die Konzentration auf die Piste machen müde. Wir haben heute bei den 42km einen Schnitt von 11km/Std geschafft!

Published inMarokko

2 Comments

  1. Hanna

    Hallo Ihr,
    das sind ja wahrhaftig atemberaubende Bilder. Ist es nicht etwas einsam und zu kalt.
    Fahrt ihr bald zum Meer dort ist es bestimmt etwas wärmer.
    Gute Fahrt weiterhin.

  2. Diane

    Tatsächlich gibt es da nur eine Beschreibung (wie Hanna schon sagte) ATEMBERAUBEND! UNFASSBAR! Iiiiiiiiiiiiirre Fotos! So was von Abendteuer! Das Video macht richtig Angst. Ihr seid ja so was von mutig! Aber klar, letztendlich ist das eine so dermassen einmalige Gegend – jetzt oder nie!

    Ich lese schnell weiter – bin wieder in Verzug, verflixt. Die stade Vorweihnachtszeit macht mich fertig.

    Bussi
    Diane

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